Die Südwestkonferenz der Jungen Union hatte am Wochenende die Prüfung der Erhöhung des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 Jahre gefordert, um dem demografischen Wandel und dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Nach intensiver Diskussion mit den Mitgliedern des Kreisverbandes stellt der Kreisvorstand nun fest, dass diese Beschlusslage der Landesverbände Rheinland-Pfalz, Baden-Würtemberg und Saarland nicht der Meinung der Mitglieder im Kreisverband Germersheim entspricht. Der Kreisvorstand distanziert sich einstimmig und ausdrücklich von einer pauschalen Erhöhung des Eintrittsalters und bemängelt den Schnellschuss des eigenen Landesverbandes.

Thorsten Rheude, Kreisvorsitzender der Jungen Union im Germersheim, fasst die Diskussion der Mitglieder zusammen: „Wir verschließen keinesfalls die Augen vor den Herausforderungen des demographischen Wandels. Bei einem realen Renteneintrittsalter von 63 Jahren erachten wir eine weitere Erhöhung der Berechnungsgrenze jedoch für nicht vertretbar – auch nicht, wenn diese erst in 40 Jahren greifen soll. So lange es ihm finanziell möglich ist, sollte möglichst jeder Arbeitnehmer selbst entscheiden können, wann er in Rente geht und nach einem transparenten System Abschläge in der Rentenzahlung erhalten. Dabei die Berechnungsgrundlage künstlich zu erhöhen und darauf zu vertrauen, dass Menschen, die sich entscheiden früher in Rente zu gehen oder gehen müssen, diesen Abschlag in Kauf nehmen können, empfinden wir als zutiefst ungerecht.

Gleichzeitig hat unsere Diskussion ergeben, dass wir es ermöglichen möchten, dass jeder, der über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten möchte, dies auch weiterhin kann. Es muss eine Regelung gefunden werden, bei denen der Rentenkasse durch diesen freiwilligen verspäteten Renteneintritt weder übermäßiger Vorteil, noch übermäßiger Nachteil entsteht.“

Dem zweiten Teil der Forderung, Rentenbeiträge nicht unmittelbar zu senken, wenn sich konjunkturelle Möglichkeiten dazu ergeben, schließt sich die Junge Union im Kreisverband Germersheim an: „Die Idee eines Generationenvertrages ist vom Prinzip her gut: Die aktuell arbeitende Bevölkerung unterstützt diejenigen, die Deutschland zu dem geführt haben, was es heute ist. Diese Form der Rentenfinanzierung ist eine Wertschätzung an die Generationen, die vor uns unser Land gestaltet haben. Wir glauben jedoch nicht daran, dass dieses Prinzip die Rente langfristig sichern kann. Hier muss eine Prüfung des Systems ansetzen.“ so Rheude weiter. „Rücklagen, die durch einen verkraftbaren Aufwand gebildet werden, können das bestehende System in schwierigen Phasen, zum Beispiel bei schlechter Konjunkturlage oder bei einem Ungleichgewicht zwischen Rentenempfänger und Einzahlenden, entlasten. Eine solche Entlastung kann auch dadurch finanziert werden, dass zum Beispiel Kürzungen der Rentenbeitragszahlungen nicht immer unmittelbar umgesetzt werden, wenn sie möglich sind. Dann ist jedoch dafür Sorge zu tragen, dass die Überschüsse nur zweckgebunden im Rentensystem verwendet werden.“


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