Im Rahmen der Themenreihe Energieversorgung besichtigte eine Gruppe der Jungen Union im Kreisverband Germersheim das Pumpspeicherkraftwerk in Forbach. Neben der Energiegewinnung durch das auf natürliche Weise in zwei Stauseen gestaute Wasser und einem Laufwasserkraftwerk, wird das Werk hauptsächlich genutzt, um in der Nacht überschüssige – und damit günstige – Energie zu nutzen und damit Wasser in den See hinter der Schwarzenbachtalsperre zu pumpen, um diese in der Lageenergie des Wassers gespeicherte Energie in Zeiten von Stromknappheit – und damit teureren Preisen – zu verkaufen.

Problem an dieser eigentlich guten Idee: Beim Pumpen wird trotz sehr gutem Wirkungsgrad des Kraftwerkes mehr Energie verbraucht, als sie später wieder gewonnen werden kann. Diese Form der Energiespeicherung „lohnt“ sich für den Betreiber also nur bei hohen Preisschwankungen. Alternativ müsste der Betreiber für die Speicherung – von der in Spitzenzeiten alle profitieren, da das Wasserkraftwerk extrem gut regelbar ist – entlohnt werden. Ein Ansatz über den Politik in Zusammenarbeit mit den Kraftwerksbetreibern zukünftig diskutieren muss.

Weiteres Problem: So wünschenswert die naturnahe Energieversorgung ist, so große Schwierigkeiten macht sie in diesem konkreten Fall auch. Während die aktuellen Genehmigungen des Kraftwerkes einen recht reibungslosen Betrieb ermöglichen, könnten Genehmigungen, die durch zukünftige Erweiterungen (hier gibt es aktuelle Informationen zum Projekt) notwendig werden könnten zu Schwierigkeiten führen, wenn Fischtreppen und ähnliche – in der Sache an sich durchaus nützliche – Vorkehrungen getroffen werden müssen. Während der aktuelle Betrieb des Kraftwerkes eine Leistung von 68 MW unter Vollast erzeugen kann (zum Vergleich: AKW Phillippsburg, 1468 MW in einem Reaktorblock) werden in Zukunft weit größere regelbare Energiequellen benötigt. Die Ausbaupläne des Kraftwerkes sind zwar augescheinlich vernünftig und ohne all zu große Eingriffe in die Natur möglich. Unproblematisch sind sie aber keinesfalls.

 

Wir empfehlen jedem und jeder vor unüberlegten Diskussionen, den Besuch der verschiedenen Kraftwerkstypen und werden unsere Themenreihe Energie sicher in naher Zukunft fortsetzen.

 

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