„Am Anfang und am Ende des Lebens brauchen wir Menschen, die uns die Hand halten.“ Julia Klöckner, Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, macht nach diesen Worten eine kurze Pause. Eine Pause, die den Anwesenden des Neujahrsempfangs Zeit gibt diesen Satz zu reflektieren und wirken zu lassen. Es ist der zentrale Gedanke, auf dem sie ihre Vision vom Zusammenleben der Generationen aufbaut.

Neujahrsempfang 2013Eingeladen zum Neujahrsempfang haben die Vorsitzenden der christlich demokratischen Vereinigungen im Landkreis Germersheim (Junge Union, Frauen Union, Mittelstandvereinigung, Arbeitnehmerschaft und kommunalpolitische Vereinigung). Der Einladung gefolgt sind etwa 150 CDU-Mitglieder und nahestehende Personen. Der Bürgersaal im Germersheimer Rathaus ist voll besetzt, die Besucher sind gut gemischt durch alle Altersgruppen und durch die Kommunen des Landkreises Germersheim.

Neue Impulse, Austausch, Vernetzung, Rückblick und Ausblick sind die erklärten Ziele des Treffens. Erreicht werden sie im Verlauf des Abends allesamt: Die Impulse durch die Rede von Julia Klöckner. Vernetzung und Austausch durch großzügigen Freiraum vor und nach dem „formellen Teil“ bei Sekt und Brezeln. Den Rückblick auf Neugründungen, Neuwahlen und den angestoßenen Visionsprozess in der Begrüßung durch Thorsten Rheude, Vorsitzender der Jungen Union. Sein Tenor:Die CDU und ihre Vereinigungen schaffen es immer wieder aufs Neue, Übergänge und Umbrüche zu gestalten und dabei den Grundlagen treu zu bleiben. Einen Ausblick geben schließlich Thomas Gebhart, Mitglied des Bundestages und Kreisvorsitzender der CDU und Martin Brandl, Mitglied des Landtages und Vorsitzender des CDU Gemeindeverbandes Rülzheim: Auf spannende Prozesse, Wahlen und Diskussionen schaue man in der Zukunft, sagen sie.Gestalten statt reagieren, sei weiterhin Ziel für die Zukunft. Eingeladen für diesen Schritt in die Zukunft sind alle Mitglieder der CDU, die Mitglieder der Vereinigungen aber auch Bürgerinnen und Bürger, die sich in Zukunft in die politische Gestaltung einbringen wollen.

Höhepunkt des Abends ist jedoch klar die Hauptrednerin mit ihren Impulsen. „Kinder und Jugendliche brauchen besondere Unterstützung, besondere Hilfe.“ In erster Linie nicht vom Staat und dessen Einrichtungen, sondern von der eigenen Familie, sagt Klöckner. Man spürt, dass ihr das Thema am Herzen liegt. Auf ihr Manuskript schaut die 40jährige Powerfrau so gut wie nicht. Stattdessen spricht sie frei von der Seele. Das kommt beim Publikum an. Die Politik müsse den Rahmen schaffen, sagt sie. Den Rahmen, dass es Eltern und Großeltern schaffen, die benötigte Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Dabei müssten es nicht zwangsläufig immer die leiblichen Eltern sein, es sei aber wichtig, dass erwachsene Menschen Verantwortung für Kinder und Jugendliche übernehmen. Kindertagesstätten und andere Bildungseinrichtungen sind, so Klöckner, notwendig, können zur benötigten fürsorglichen helfenden Hand jedoch nur ergänzend tätig werden.

Julia Klöckner trifft mit ihrer Rede den Nerv der Zuhörenden. Zeitweise wird es so still, dass man die sprichwörtliche Stecknadel sicher hätte fallen hören. Den emotionalen Höhepunkt erreicht sie jedoch, als sie beginnt über die letzte Lebensphase zu sprechen; von moralischer Verpflichtung ein menschenwürdiges Älterwerden zu ermöglichen, von Bedarfen und Leistungsfähigkeit von alternden Bürgerinnen und Bürgern. Hatte manch einer erwartet, dass die üblichen Informationen zu alternder Gesellschaft und Problemen durch den demographischen Wandel aufgegriffen werden, wurde er an dieser Stelle jäh enttäuscht. Kein Drama, sondern vor allem eine Chance sei die Entwicklung. Ältere und aktivere Mitbürger seien weiterhin leistungsstark und bereit dazu ihre Hand zur Hilfe zu reichen und könnten damit die „mittlere Generation“ entlasten. Gleichzeitig sei jedoch auch klar, dass der Bedarf der helfenden und haltenden Hand auch bei den älteren Teilen der Gesellschaft irgendwann benötigt wird. „Es kann anfangen bei einfachen Handgriffen im Bereich des Haushalts und des täglichen Lebens und kann reichen bis hin zu der Hand, die pflegebedürftige Menschen füttert und wäscht oder Sterbenden durch Nähe signalisiert: Ich bin bei dir.“ Wieder ist die Politik gefragt die richtigen Rahmenbedingungen zu stellen. „Pflege kann man nicht im Minutentakt abrechnen.“ Hier müsse nachgebessert werden und es müsse gesamtgesellschaftlich anerkannt werden, dass Erziehung von Kindern und Pflege von Kranken auch und vor allem im privaten Bereich unbezahlbaren Wert hat.

„Die Hand wird oft von denen gereicht, die in der Mitte ihres Lebens stehen. Wir müssen wieder offener auch über diese Menschen reden und sie unterstützen. Auch und vor allem, wenn wir selbst gerade eine helfende Hand frei haben.“

Es ist das christliche Menschenbild und die gemeinsame Wertebasis, die an diesem Abend gestärkt wird. Im Sinne des Klöckner-Zitates werden auch 2013 die CDU-Mitstreiter ihre Hand als helfende Hand zur Verfügung stellen und versuchen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass viele weitere Bürgerinnen und Bürger diesem Beispiel folgen (können).

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