Junge Kommunale„Mit Freude beobachten wir die hohe Akzeptanz des Nahverkehrs im Landkreis Germersheim. Immer mehr Menschen nutzen die Stadtbahn der AVG und die S-Bahn Rhein-Neckar, um innerhalb des Landkreises und aus dem Landkreis Germersheim in Richtung Karlsruhe und Mannheim oder Heidelberg zu pendeln. Diese Entwicklung ist sehr positiv und zeugt von der guten Arbeit der Beteiligten.“ fasst Thorsten Rheude, Vorsitzender der Jungen Union (JU) im Kreisverband Germersheim und selbst Pendler von Germersheim nach Ludwigshafen, die Stimmung der JU zusammen. „Gleichzeitig beobachten wir, dass vorhandene Unzufriedenheiten gerade im morgendlichen Berufsverkehr und im Falle von verpassten Anschlüssen in Germersheim auftreten. Beide Probleme haben wir im Netzwerk Junge Kommunale aufgegriffen und Ideen zur Verbesserung entwickelt.“ so Rheude weiter.
In Briefen haben sich die Nachwuchspolitiker an die beteiligten Verkehrsverbünde sowie an die beteiligten Unternehmen gewendet.

Stadtbahn S51/52 - Quelle: AVG mbH

Stadtbahn S51/52 – Quelle: AVG mbH

„Die AVG hat in ihrer ersten Antwort unseren Beobachtungen zu gut ausgelasteten Bahnen vor allem im Berufs- und Schülerverkehr bestätigt und sich offen für Veränderungen und Verbesserungen gezeigt. Problem sei – so die AVG – vor allem auch eine punktuelle starke Nachfrage innerhalb des Landkreises durch Schülerinnen und Schüler. Unsere Anregung eine zusätzliche (Express-)Bahn zur Entlastung zwischen Germersheim und Wörth einzusetzen lässt sich vermutlich vorerst nicht kostenneutral realisieren. Die AVG prüft allerdings mögliche Veränderungen.“ erklärt Rita Steiner, Mitglied des Netzwerkes Junge Kommunale und Pendlerin von Sondernheim nach Karlsruhe, die Situation. In einem weiteren Brief habe man die AVG nun auch angefragt, ob die bereits bestellten neuen Fahrzeuge ggf. eine Entlastung bringen und wann diese geliefert werden, so Steiner weiter. Zudem habe man KVV und AVG aufgefordert die Fahrgastzahlen – vor allem im morgendlichen Verkehr – erneut zu erheben und zu aktualisieren, da die Ist-Analyse des KVV zumindest mit der gefühlten Besetzung der Bahnen nicht übereinstimmt und zumindest subjektiv von einer zu geringen Nutzerzahl ausgeht.

S-Bahn RN

S-Bahn Rhein-Neckar – Quelle: VRN GmbH

„Das zweite Anliegen, eine umsteigefreie Möglichkeit für Reisende in Richtung Speyer zu schaffen, ließe sich in unseren Augen durch eine Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar realisieren.“ ergänzt Gregory Meyer, Mitglied des Netzwerks Junge Kommunale und Pendler von Rülzheim nach Mannheim. „Diese Verlängerung könnte teilweise alternativ oder komplett in Ergänzung zur aktuellen Stadtbahn erfolgen“ so Meyer weiter. „Die Stadtbahn Karlsruhe an sich stellen wir allerdings zu keinem Zeitpunkt gänzlich in Frage, da es Pendlerströme in die Richtung beider Oberzentren gibt, denen Rechnung getragen werden muss“ stellt Meyer klar.

Vorschlag zur Ergänzung des vorhandenen Angebotes. Jede Linie symbolisiert einen 1-Stunden-Takt.

Vorschlag zur Ergänzung des vorhandenen Angebotes. Jede Linie symbolisiert einen 1-Stunden-Takt.

Laut Antwort der DB Region AG sei die Variante, die von einer überwiegend alternativen Lösung ausgeht (also einen Wegfall der AVG-Bahnen, die ab Wörth über Karlsruhe Hbf in die Innenstadt fahren), nahezu kostenneutral realisierbar. Als sinnvoller wurde von Seiten der DB jedoch eine Variante vorgeschlagen, bei der nur einige wenige AVG-Verbindungen durch DB-Verbindungen ersetzt würden. In der überwiegenden Zeit würde in diesem Modell die S-Bahn Rhein-Neckar dann ergänzend bis Wörth fahren, was zu einem mindestens 30-Minuten-Takt führen würde. „Dieser Vorschlag die S-Bahn Rhein-Neckar bis Wörth weiter zu binden, könnte auch dem Problem des stark frequentierten Aufkommens innerhalb des Landkreises Abhilfe schaffen und die AVG-Bahnen nach Karlsruhe entlasten.“ kommentiert Rita Steiner. „Eine in unseren Augen optimale Lösung haben wir noch nicht gefunden. Wären wir bei „wünsch dir was“ dann könnte man auch einen 20-Minuten-Takt in den Raum werfen, vorerst setzten wir jedoch die Kommunikation mit den Verantwortlichen fort, versuchen möglichst kostenneutrale Vorschläge einzubringen und fordern den Landkreis auf, ebenfalls zeitnah Visionen für eine zukünftige Schieneninfrastruktur zu entwickeln und deren Umsetzung anzugehen.“ so Rheude abschließend.


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