Netzwerk BildungDas Netzwerk Bildung der Jungen Union im Kreisverband Germersheim beobachtet die aktuelle Berichterstattung über die von der Landesregierung geplante „Sensibilisierung“ von Lehrern im Umgang mit Sozialen Netzwerken mit Sorge. Nachdem Anfang der Woche für Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Würtemberg ein Verbot für die Benutzung von Sozialen Netzwerken bekannt wurde, berichteten am Mittwoch nun SWR und Rhein-Zeitung, dass auch das Land Rheinland-Pfalz die Herausgabe von ähnlichen Richtlinien beabsichtige. Der Datenschutzbeauftragte wird in den Meldungen zitiert mit den Worten „Keine Facebook-Nutzung durch Schulen“. Diese Aussage wird von einer Sprecherin des Bildungsministeriums unterstrichen, wenn auch leicht relativiert: „Schulen sollen Facebook nicht im dienstlichen Zusammenhang nutzen“, wird sie zitiert und weiter heißt es in der Meldung der Rhein-Zeitung „Dies sei aber nicht als Verbot gedacht und es beziehe sich auch nicht auf die private Nutzung. Die Lehrer sollten vielmehr für den Umgang mit sozialen Netzwerken sensibilisiert werden.“ Diese Aussagen stoßen bei der Jungen Union im Kreisverband Germersheim auf Skepsis: „Es ist grundsätzlich richtig, dass sensible Daten nicht über unverschlüsselte Kommunikationswege ausgehändigt werden dürfen. Die Diskussion in der aktuellen Form verunsichert Kolleginnen und Kollegen jedoch mehr, als dass sie dadurch sensibilisiert werden.“ kommentiert Benjamin Platz, Sprecher des Netzwerkes Bildung und selbst Gymnasiallehrer, die aktuelle Diskussion. „Als Lehrer hat man keine Arbeitszeiten, die sich nach der Uhr abgrenzen lassen, entsprechend unmöglich ist es auch zwischen dienstlichem und privatem Internetauftritt zu trennen.“ so Platz weiter. Er stellt die Frage, ob es nun dienstlich oder privat sei, wenn ein Schüler nach den Hausaufgaben fragen würde und ob die Antwort dann etwa per Briefpost erfolgen solle. Vorgaben des Bildungsministeriums, die sich nicht klar als Vorschriften zu erkennen geben, aber verbindlichen Informationscharakter haben, verunsichern und haben zur Folge, das Lehrer ihr Profil bei Facebook gegen Schülerinnen und Schüler abschotten müssten, um sich nicht in einer dienstrechtlichen Grauzone zu bewegen. Soziale Netzwerke„Wenn einerseits gefordert wird, Schülerinnen und Schüler in ihrer Lebenswelt zu begleiten und anderseits ein enormer Bestandteil der Lebenswelt ausgegrenzt wird, dann ist das weltfremd von der rot-grünen Landesregierung“. Thorsten Rheude, Vorsitzender der Jungen Union im Kreisverband Germersheim und ebenfalls Lehrer, ergänzt: „Als Jugendmedienschutzberater des Landes Rheinland-Pfalz wurde ich damit beauftragt Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Sozialen Netzwerken zu schulen. So fortschrittlich dieses Programm des Landesmedienzentrums war, so rückschrittlich ist nun die Ankündigung einer möglichen Kommunikationseinschränkung durch die Landesregierung. Ich kann meine Arbeit als Jugendmedienschutzberater nur dann gut erfüllen, wenn mich Schülerinnen und Schüler auch nach dem theoretischen Chrashkurs im Klassenzimmer als Vorbild erleben können. Dazu gehört es eben auch, sich über Soziale Netzwerke zu verbinden und zu kommunizieren und auch im Rahmen dieser Kommunikation gezielt auf Möglichkeiten des Datenschutzes hinzuweisen, z.B. indem Schülerinnen und Schüler auf Fehltritte aufmerksam gemacht werden können.“ Die Risiken im Zusammenhang mit Datenschutz müssten ernst genommen werden, so Rheude weiter, die Lösungswege, die von der rot-grünen Landesregierung aufgezeigt würden seien bislang aber wenig hilfreich gewesen. Die aktuell vorgeschlagene „Ganz-oder-Gar-Nicht“-Linie lehnt er entsprechend ab. „Das Rückkanalverbot für Behörden bei Facebook hatte im Januar bereits für bundesweiten Spott gesorgt, eine Lehre wurde darauf offensichtlich nicht gezogen.“ Eine klare Aussage der Landesregierung, die sich nicht hinter einem Informationsheft versteckt fordern Rheude und Platz abschließend. „Es könnte z.B. eine verbindliche Liste geben, welche Daten nicht per Facebook ausgetauscht werden dürfen. Klar und einheitlich so dass Lehrerinnen und Lehrer Sicherheit hätten und Schülerinnen und Schüler die notwendige Klarheit.“


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Dieser Artikel soll in die Sozialen Netzwerke? Gerne! Allerdings nur unter Beachtung des Mottos "2 Klicks für mehr Datenschutz"