Das Internet ist das Massenmedium unserer Zeit: Wir kommunizieren über das Internet, wir informieren uns im Internet, wir kaufen im Internet. Und damit nicht genug, denn wir faxen und telefonieren mittlerweile sogar über das Internet oder sehen fern, ohne es zu merken (Zauberwort: All-IP).

Fast alle Menschen benutzen dieses Medium und seine Verwendungsmöglichkeiten nehmen noch immer zu. Doch eine sinnvolle Nutzung des Mediums Internet ist nur dann gegeben, wenn der Zugriff darauf schnell ist, man also per Breitband an die weltweite Datenautobahn angebunden ist. Doch leider liegt Deutschland hinsichtlich des Breitbandausbaus nur im europäischen Mittelfeld und die Übertragungsraten sind vergleichsweise niedrig.

Copyright Karte: OpenStreetMap (http://www.openstreetmap.org/copyright) Daten: VDSL-Verfügbarkeitscheck, Deutsche Telekom

Die VDSL50-Versorgung (rote Markierungen) in der Verbandsgemeinde ist mies (© Karte/Daten: Telekom)

Die Verbandsgemeinde Rülzheim ist leider lahm

Die Verbandsgemeinde Rülzheim ist hinsichtlich der Breitbandversorgung allerdings noch nie ein Vorreiter gewesen: In Leimersheim beispielsweise gab es bis in das Jahr 2007 hinein kaum DSL-Anschlüsse (Digital Subscriber Line) und die wenigen verfügbaren waren auf mickrige Datenraten beschränkt. Das änderte sich zwar im Jahre 2007, doch es gibt einerseits noch immer weiße Flecken in der Leimersheimer DSL-Versorgung und andererseits ein Nord-Süd-Gefälle:

Denn während im Süden Very High Speed DSL (VDSL) mit einer Datenrate von 50 MBit/s (Megabit pro Sekunde) in Empfangsrichtung zur Verfügung steht, kann der Leimersheimer Norden noch nicht einmal das Triple-Play-Angebot Entertain (Telefon, Internet und Fernsehen über den Internetanschluss) der Telekom buchen, da die Verbindung hierfür nicht ausgelegt ist und lediglich Datenraten von maximal 16 MBit/s im Downstream bietet (Zauberwort: ADSL2+). In Kuhardt und Hördt gibt es beispielsweise überhaupt kein VDSL 50, während sich die Versorgung in Rülzheim auf den Ortskern beschränkt.

DSL ist Breitband, aber Breitband ist nicht nur DSL

Das DSL, wie wir es in der Verbandsgemeinde Rülzheim kennen, läuft über das auf Kupferleitungen basierende Telefonnetz der Telekom. Mit VDSL und der Vectoring-Technik können Übertragungsraten von bis zu 100 MBit/s im Downstream über das Kupferkabel erzielt werden (das sind bis zu 12,2 MB pro Sekunde Downloadgeschwindigkeit), doch dann ist die Kapazitätsgrenze von Kupferleitungen erreicht. Die Telekom plant derzeit allerdings nicht, VDSL 100 in den vier Orten der Verbandsgemeinde Rülzheim auszubauen und anzubieten.

Doch selbst eine Anbindung mit 100 MBit/s wird in der Zukunft irgendwann als zu langsam gelten. Es gibt allerdings eine Technologie, die viel höhere Datenraten erlaubt: Glasfaser. Die Gemeinde Hördt hat gemeinsam mit dem Dienstleister Inexio ein Glasfasernetz aufgebaut, das bereits jetzt Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 MBit/s bietet, indem die Glasfaserleitung bis in die Wohnung gelegt wird (Zauberwort: Fiber To The Home, FTTH). Ein weiterer Vorteil: Die Glasfaser-Technik skaliert viel besser; die physikalische Grenze der Datenübertragungsrate liegt erheblich höher. Somit sind auch Übertragungsraten in Gigabit-Höhe über die gleiche Leitung möglich, nur die Steuergeräte müssten zu einem späteren Zeitpunkt entsprechend auf- oder umgerüstet werden.

In Zeiten, in denen jeder zweite Deutsche ein Smartphone besitzt, dürfen wir auch den Ausbau von LTE (Long Term Evaluation), dem besonders schnellen Handynetz, nicht vergessen. Hierfür werden Gespräche mit den vier Mobilfunkanbietern in Deutschland (Telekom, Vodafone, O2, E-Plus) erforderlich sein.

Schnelles Internet als Standortfaktor

Streamingdienste, Cloudanwendungen, Big Data: Schnelles Internet ist bereits jetzt ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen, aber auch junge Familien, die sich in unserer Verbandsgemeinde ansiedeln möchten. Und die Bedeutung dieses Standortfaktors nimmt weiterhin zu! Daher bin ich sehr froh, dass es die Forderung der Jungen Union in das Wahlprogramm unseres Verbandsbürgermeisterkandidaten Matthias Schardt und seiner Mannschaft geschafft hat, Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 MBit/s in Empfangsrichtung in der gesamten Verbandsgemeinde Rülzheim bereitzustellen.

Uns ist bewusst, dass dies nur ein erster Schritt sein kann, denn die technologische Entwicklung geht weiter. Den Anschluss an diese Entwicklung dürfen wir in der Verbandsgemeinde Rülzheim aber nicht verlieren und sehen daher die Versorgung mit mindestens VDSL 50 als ein wichtiges und realistisches Etappenziel an.

Fazit

Die Bedeutung des Internet für Unternehmen und Privatpersonen nimmt immer mehr zu, doch die Verbandsgemeinde Rülzheim hinkt dem technologischen Fortschritt bislang noch hinterher. Wir möchten das ändern und bitten Sie daher für die bevorstehende Kommunalwahl um Ihre Unterstützung und Ihre Stimme. Weil Zukunft zählt.


Internet 2.0
Dieser Artikel soll in die Sozialen Netzwerke? Gerne! Allerdings nur unter Beachtung des Mottos "2 Klicks für mehr Datenschutz"