Nachdem Anfang des Jahres der Beschluss zum raschen Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen wurde und damit das im letzten Jahr disskutierte Energiekonzept 2050 vorerst hinfällig wurde, lud die Junge Union im Stadtverband Germersheim zu einer Besichtigung des KKW Phillippsburg mit integriertem Informationsvortrag und einer anschließenden Diskussion rund um die Energieversorgung der Zukunft ein.

Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern aus den Kreisverbänden Germersheim und Karlsruhe fand zunächst ein Rundgang durch die technische Modellsammlung im InfoCenter des KKW statt. In einem kurzen Vortrag erläuterte anschließend ein Mitarbeiter der EnBW die aktuelle Problemlage im Konzern, der sich nach einer gesetzeskonformen Umstellung auf regenerative Energien streckt, zur Zeit jedoch durch die zusätzliche Belastung durch die Brennelementesteuer und den gleichzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie in eine finanzielle Schräglage geraten ist. Neben aktuellen Entwicklungen im Konzern, wurde dem jungen Publikum auch Kennzahlen zur aktuellen Nutzung verschiedener Rohstoffe und deren Beitrag zur Energieversorgung im Allgemeinen und zur Stomversorgung im Speziellen vor allem auch eine Prognose auf die nächsten Jahre vorgestellt.

Ein Höhepunkt der Kraftwerksbesichtigung war sicher auch die Führung durch einen Kühlturm, eine Führung durch das Maschinenhaus mit Turbinen und Generator, sowie der Blick in den Kernreaktor.

Neben den üblichen Fragen zur Kernkraft (Welche Risiken birgt Atomkraft? Wohin mit dem radioaktiven Müll? Welche Sicherheitsmechanismen hat das KKW Philippsburg? Wie funktioniert die Stromerzeugung? Wie sieht ein Reaktor von innen aus? Wie muss man meldepflichtige Störfälle bewerten?) konnten im abschließenden Gespräch auch Informationen zu Stromerzeugung mit Hilfe von Gas, zum Ausbau von Leitungsnetzen und der Möglichkeit von stillen Reserven gewonnen werden.

Die 14 Mitglieder aus der JU Karlsruhe und dem Kreisverband Germersheim können sich nun also eine eigene fundierte Meinung bilden, Sicherheitsrisiken bewerten und konnten eine differenzierte Sichtweise zu pro und contra Kernkraft erlangen. Das deutliche Ja zur regenerativen Energie wird jedoch auch nach den Einblicken ins KKW niemand revidieren.


Internet 2.0
Dieser Artikel soll in die Sozialen Netzwerke? Gerne! Allerdings nur unter Beachtung des Mottos "2 Klicks für mehr Datenschutz"