Seit über 20 Jahren diskutiert man nun in der Region Hagenbach, Wörth, Maximiliansau, sowie in den umliegenden Dörfern Berg, Neuburg und Scheibenhardt über einen Lückenschluss der A65 ab dem Wörther Kreuz bis zur deutsch-französischen Grenze. Viele Menschen äußern über dieses Thema ihre Meinung, egal ob diese Ortsansässig oder Fremd sind.  Seit 19 Jahren lebe ich nun in Hagenbach, die Thematik ist also älter als ich. Man kann auch sagen, ich bin damit aufgewachsen; es ist das politische Gesprächsthema in der Region überhaupt, egal ob im Supermarkt oder in der Zeitung.
Unstrittig ist meiner Meinung nach, dass eine Autobahn gebaut werden muss, um die aktuelle Verkehrssituation zu verbessern. Nur der Weg, den die Autobahn ziehen soll, wird heiß diskutiert. Bei der SPD Rheinland-Pfalz hat sich eine klare Lösung herauskristallisiert, die von der betroffen Bevölkerung in den Gemeinden Hagenbachs, der Stadt Wörth sowie in Maximiliansau jedoch nicht auf Zustimmung trifft. Im Gegenteil die Gemeinden sprechen sich nahezu einmütig gegen diese Variante aus. Über Jahre hinweg haben sich Vereinigungen und Bürgerinitiativen gebildet, die dieses Vorhaben kritisieren und bessere Lösungen aufzeigen.

Karte mit dem geplanten Verlauf der Hagenbach-Variante

Der Lückenschluss soll nach den Plänen der SPD entlang der Bienwaldgrenze zwischen Wörth und Hagenbach gebaut werden (die sogenannte Hagenbach-Variante). Die Straßenführung dieser Variante führt direkt an Wohngebieten vorbei und führt zu einer extremen Lärmbelästigung für die Bürger der Gemeinden und Städten. Ortsansässige Bürger haben die Befürchtung, sich nicht mehr auf die Terrasse oder den Garten setzen zu können, ohne von dem Krach auf der Autobahn stark beeinflusst zu werden. Grundstücke sinken im Wert und die Wohngebiete verlieren stark an Attraktivität, denn die Lebensqualität wird durch diesen Eingriff sicherlich gemindert.
In einem von der SPD-Regierung in Auftrag gegebenen Lärmgutachten wurde nicht einmal ansatzweise auf die Lärmbelästigung am Hochufer eingegangen. Die neue Straße befindet sich auf gleicher Höhe, wie das Wohngebiet und Erfahrungen an anderen Stellen haben gezeigt, dass Lärmschutz dort nicht sinnvoll möglich wäre. Ich finde, diese Umstände sind unzumutbar für die Bewohner.

Ein Umweltverträglichkeitsgutachten besagt, dass nach Fertigstellung der Hagenbach-Variante im Umkreis keine weiteren Straßen gebaut werden können, da bereits die neue Straße zu einer Schädigung von Personen und Natur führen kann. Die SPD schreibt sich jedoch gleichzeitig auf die Fahnen, für die Umwelt einen Mehrwert zu schaffen. So sollen alte Bäume gefällt werden, um die neue Straße bauen zu können und stattdessen neue Bäume an den bisherigen Straßen B9 und K15 gepflanzt werden. Das ist jedoch nicht so einfach möglich, wie dies von der Landes-SPD gerne behauptet wird, da entlang der B9 unterirdische Gasrohre liegen. Die Rohre benötigen Zufahrtswege um für die Sicherheit sowie die Leistungserbringung erhalten werden müssen. Desweiteren dürfen oberhalb dieser Rohre keine Bäume gepflanzt werden. Eine Aufforstung, von der Kurt Beck träumt, ist also nicht ohne Weiteres möglich.
Einige Verkehrsgutachten, die in den vergangen Jahren von der SPD erstellt wurden sind widersprüchlich und unklar. Einleuchtend ist jedoch, dass es zu einer Erhöhung des Verkehrs in den folgenden Jahren kommen wird. Greift die Hagenbach-Variante, wird dadurch das Wörther Kreuz einer extremen Belastung unterzogen und es wird zu noch häufigeren Staus und Verkehrsunfällen als bisher schon kommen und damit steigt das Risiko, dass Personen zu Schaden kommen können.

Offenes Geheimnis ist zudem, dass in der Landeskasse in Mainz kaum Gelder vorhanden sind. Wieso also eine völlig neue Straße bauen, wenn eine bestehende Straße kostengünstig ausgebaut werden könnte? Es scheint mir – ungeachtet der Akzeptanzprobleme durch die Bevölkerung – rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht völlig unsinnig, genutzte Straßen zurückzubauen.
Ein Gutachten aus dem Jahr 2001 von der SPD beziffert den Neubau des Lückenschlusses auf 80.000.000,- Euro. Faktoren, wie zum Beispiel eine Brücke am Wörther Kreuz, die ebenfalls einige Millionen kosten wird sind dabei jedoch noch nicht mitberücksichtigt. Von den Preissteigerungen in der Zeit von 2001 bis heute ganz abgesehen. Der Ausbau der B9 ist offensichtlich günstiger und effizienter.
Ich bin also ganz klar gegen die geforderte Lösung durch die Hagenbach-Variante . Zusammenfassend:

  • Aufforstung des Bienwaldes ist nicht ohne weiteres möglich
  • Widersprüchliche Gutachten, die von der SPD-Regierung in Auftrag gegeben wurden
  • Extrem hohe Kosten
  • Verlängerung der Verkehrsführung, Folgen sind Staus und möglicherweise Unfälle
  • Schadstoffe dringen in Wohngebiete ein
  • Lärmbelästigung steigt für viele Menschen stark an
  • Menschen vor Ort werden nicht angehört, auf die Bedürfnisse der betroffenen Menschen geht die SPD-Regierung nicht ein

weitere Informationen unter www.brandl-martin.de

Es ist menschlich, ökologisch sowie wirtschaftlich die absolut schlechteste Lösung,  die Hagenbach-Variante in die Tat umzusetzen. Ziel des Lückenschluss war und ist es, eine kurze, direkte Verkehrsführung zwischen Wörth und Frankreich herzustellen, die eine internationale Fernstraßenverbindung westlich des Rheins zwischen den Niederlanden und der Schweiz herstellt. Mit der Hagenbach-Variante wird dieser Verkehrsweg länger und führt zu erhöhtem Zeitaufwand um die Strecke zu bewältigen. Das ursprüngliche Ziel würde verfehlt. Deshalb: JA zum Lückenschluss, Hagenbach-Variante NEIN DANKE!
Noch ist nichts zu spät, das Planfeststellungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, noch ist Zeit die Hagenbach-Variante zu verhindern. Ich bin froh, dass sich die CDU bereits vor einiger Zeit auf allen Ebenen konsequent mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch begeben hat und ich bin froh, dass sich jetzt auch Julia Klöckner hinter die Position der CDU im Kreis Germersheim gestellt hat.
Mehr Informationen zur Hagenbachvariante und zur Situation vor Ort findet man auch beim Landtagsabgeordneten Martin Brandl (www.brandl-martin.de)


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