An dieser Stelle veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen auch Standpunkte von Personen, die zwar kein Mitglied der Jungen Union sind, deren Auffassung und Einschätzung wir jedoch teilen. Wir freuen uns, heute einen Gastbeitrag von Dr. Thomas Gebhart (MdB) veröffentlichen zu dürfen:

verlässlich, umweltschonend und sicher muss die Energieversorgung sein

Eine ambitionierte und emissionsarme Energie- und Klimaschutzpolitik ist einerseits eine ethische Pflicht, um die Schöpfung auch für unsere künftigen Generationen zu erhalten und die Erderwärmung einzudämmen, sie ist andererseits aber auch eine enorme ökonomische Chance. Ungeheure wirtschaftliche Möglichkeiten können sich daraus ergeben, wenn wir auf die richtigen Technologien setzen. Deutschland ist Technologieführer im Bereich der Umwelttechnologien, diese Stellung gilt es zu festigen, denn der effiziente Umgang mit knappen Ressourcen entscheidet zunehmend über unsere Wettbewerbsfähigkeit in der globalisierten Weltwirtschaft und somit über unsere Arbeitsplätze von morgen.

Im Herbst vergangenen Jahres hat die Bundesregierung ein weltweit einzigartiges Energiekonzept vorgelegt. Darin geht es um eine tragfähige Energieversorgung für die nächsten Jahrzehnte, die verlässlich, bezahlbar und sicher ist. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 40%, bis 2030 um 55% und bis 2050 um 80-95% (jeweils gegenüber 1990) sinken. Den Schwerpunkt des Konzepts bilden die Themen Steigerung der Energieeffizienz, Energieforschung sowie die Erneuerbaren Energien, die die tragende Säule der künftigen Energieversorgung bilden werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll massiv vorangetrieben werden. Der Kernenergie kommt nach Konzept eine Brückenfunktion zu, da ein großer Teil der Zusatzgewinne der Kernkraftwerksbetreiber durch die Laufzeitverlängerung abgeschöpft wird und in den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesteckt wird.

Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch 18% erreichen. Ein wichtiges regulatorisches Instrument, um den Zubau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses garantiert bestimmte Vergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien, um Investitionsanreize in diesem Bereich anzuregen. Ziel des EEG ist, den Erneuerbaren Energien temporär eine über dem Marktpreis liegende Vergütung zu garantieren, damit Investitionen in diese Technologien getätigt werden. Dabei müssen wir die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten und dürfen die Energie hierzulande nicht so verteuern, dass bestimmte Produktionszweige ins Ausland abwandern.

Dr. Thomas Gebhart (MdB) ist Abgeordneter für den Wahlkreis Südpfalz. Er ist Fördermitglied der JU im Kreisverband Germersheim.

Zwei weitere Punkte, die unmittelbar mit dem Weg zu einer nachhaltigen und umweltschonendem Energieversorgung verknüpft sind, sind die Forschung und die Energieeffizienz: Der Entwicklung von Speichertechnologien kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Die Sonne scheint nur am Tag und windstille Zeiten gilt es zu überbrücken. Wir brauchen Netze (smart grids), die intelligent auf Verknappungen reagieren und eine konstante Energieversorgung ermöglichen. Auch beim Thema  Energieeffizienz hat sich die Bundesregierung ambitionierte Ziele gesetzt. Der Primärenergieverbrauch soll bis 2020 um 20% und bis 2050 um 50% gegenüber 2008 sinken. Auch hier gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Durch finanzielle Anreize sollen Investitionen bspw. im wichtigsten Energieeffizienzbereich – der Gebäudesanierung – angeregt werden.

Die Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen zur Ausgestaltung der Ziele so zu setzen, dass der Wirtschaftsaufschwung in eine nachhaltige, weniger auf Kohlenstoff basierende Zukunft führt und dafür setze ich mich ein.

Thomas Gebhart ist Experte rund um das Thema Energie und war Mitglied der deutschen Delegation zur UN-Klimakonferenz in Cancún 2010. Informationen, Standpunkte und Positionen findet man auf seiner Homepage www.thomas-gebhart.de


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