NatiSythen (Wikipedia) - Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 UnportedDer neue Kraftstoff E10 wurde Anfang des Jahres an den Tankstellen eingeführt. Doch der neue Kraftstoff stößt bei den Autofahrern nach wie vor auf Ablehnung, ein Standpunkt von Tobias Tolkmitt.

Wer sich eine Meinung bilden will, muss sich erst mal Informieren: Was verbirgt sich also eigentlich hinter E10?

Die reinen Fakten: E10 ist ein Biokraftstoff mit 10% Ethanolgehalt. Bisher wurde an den Tankstellen Super – E5, also Superkraftstoff mit 5% Ethanolgehalt, angeboten. Den neue Kraftstoff vertragen jedoch nicht alle Autos, da es bei diesen Kraftfahrzeugen zu erheblichen Problemen führen kann. Dies sind jedoch nur ca. 10% aller deutschen Kraftfahrzeuge mit Ottomotor. Jeder Autobesitzer, der ein Auto mit Ottomotor besitzt, sollte sich nun also unbedingt bei seinem Autohersteller informieren, ob er den neuen Biokraftstoff tanken darf. Der ADAC berichtet jedoch, dass viele offizielle Vertreter der Autohersteller widersprüchliche Aussagen treffen. Darüber hinaus häufen sich die Gerüchte E10 würde zu einem deutlich höheren Spritverbrauch führen. Laut einer Verbrauchsmessung des ADAC liegt der Mehrverbrauch bei 1,5%. Das bedeutet, das der Mehrverbrauch kaum spürbar ist und andere Einflüsse (Verkehrsdichte, Witterung, Fahrweise) eine deutlich größere Rolle spielen.

Warum sollen wir trotzdem E10 tanken und nicht sicherheitshalber oder aus Bequemlichkeit das teurere Super (Plus) in den Tank leeren?

Es gehört sich einfach nicht nur über den Klimawandel zu schimpfen und andere aufzufordern Energie zu sparen oder andere dazu aufzufordern auf nachwachsende Rohstoffe umzustellen und selbst gleichzeitig jede Innovation zu blockieren. Dass wir uns von den fossilen Brennstoffen entfernen müssen, ist wohl unbestritten. Diejenigen, deren Auto E10 verträgt, sollten also den Biokraftstoff tanken. E10 ist ein Schritt in die Zukunft. Ethanol wird aus nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Getreide und Zuckerrüben, gewonnen. Natürlich muss man auch im Blick behalten, dass diese nachwachsenden Güter nachhaltig produziert werden und nicht zulasten von Ernährung gehen, aber das ist Aufgabe der Konzerne und der Politik; die wiederum können aber nur gestalten, wenn wir Verbraucher uns an die Nase packen und uns trauen E10 zu tanken.

Ein Blick über den Tellerrand hilft manchmal: Dank deutscher Technik („Felx-Fuel“ von VW und Bosch) sind die Brasilianer uns einen Schritt vorraus. Sie tanken bereits E25 und E100. Dies sollte uns und der Autoindustrie einen weiteren Ansporn geben, uns von fossilen Brennstoffen zu entfernen und Zielstrebig auch im Bereich der Mobilität in erneuerbare Energien zu investieren.


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