Schulsozialarbeit hat sich als wertvolle Ergänzung an allen Schularten etabliert. Es hat sich gezeigt, dass Schulsozialarbeit an Grundschulen dazu beiträgt, Schwierigkeiten früh anzugehen und möglichst zu beheben, bevor sie zu gravierenden Problemen angewachsen sind. Auch an weiterführenden Schulen (aller Schultypen) trägt die Schulsozialarbeit zu einem guten Schulklima, einer positiven Entwicklung der Jugendlichen und letztlich zum Lernerfolg bei. Umso unverständlicher ist es, dass die rot-grüne Landesregierung Schulsozialarbeit zwar in den höchsten Tönen lobt, aber gleichzeitig die Mittel dafür drastisch kürzt.

Der Kreis Germersheim ist durch das frühzeitige, freiwillige kommunale Engagement in der Schulsozialarbeit führend in Rheinland-Pfalz. Schon früh hat der Kreis unter Landrat Dr. Fritz Brechtel Schulsozialarbeit als effizientes Instrument erkannt und eingesetzt. Es ist und bleibt das erklärte Ziel, alle Schulen im Kreis mit Schulsozialarbeit zu versorgen, obwohl das Land die Zuschüsse kürzt.

Das Land bürdet den Kommunen im Schulbereich zudem immer weitere Verpflichtungen auf, wie die kostenlose Schülerbeförderung oder die Organisation der Schulbuchausleihe, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen. So sinnvoll Schulsozialarbeit ist – der Kreis ist schlicht nicht in der Lage, sie in dem Umfang zu finanzieren, wie sie wünschenswert ist.

<p >Grundsätzlich zeichnen sich nämlich die Länder für die Finanzierung der Schulsozialarbeit verantwortlich. Im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets werden den Ländern zudem vom Bund in den Jahren 2011 bis 2013 zusätzlich für Schulsozialarbeit und Hort-Mittagessen jährlich 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Bund steht zu dieser Verpflichtung. Die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien mit geringem Einkommen fördern und unterstützen. Ich bin froh, dass zumindest der Bund die wichtige und sinnvolle Schulsozialarbeit überstützt.

Martin Brandl, ist seit 2009 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Germersheim. Er ist Mitglied im Bildungs- und im Wirtschaftsausschuss. Zudem ist er Mitglied und stellvertretender Fraktionssprecher im Kreistag Germersheim sowie Mitglied des Gemeinde- und Verbandsgemeinderates Rülzheim. Seit 1996 ist er Mitglied der Jungen Union.

Was also ist zu tun? Die Forderung geht ganz klar an die Landesregierung, die Kürzungen bei der Schulsozialarbeit zurückzunehmen und hier stattdessen verstärkt zu investieren. Ich persönlich würde es als hilfreich ansehen, wenn Schulsozialarbeiter zentral vom Land bezahlt würden. Es würde Sinn machen eine Standardrelation von Schülern pro Schulsozialarbeiter festzulegen. Im Rahmen von Schwerpunktbildungen (z.B. an Brennpunktschulen) sollte die Möglichkeit bestehen diese Relation auch aufzustocken. Im Gegenzug macht es Sinn aus Kostengründen flexible Modelle (z.B. teilen sich im Kreis Germersheim mehrere Grundschulen einen Schulsozialarbeiter) in Schulen außerhalb der Brennpunkte umzusetzen. Dies wird im ganzen Land aber erst dann möglich sein, wenn die Schulsozialarbeit nicht mehr als freiwillige Aufgabe der Kommunen zählt, sondern vom Land übernommen würde.

Schulsozialarbeit ist eine Investition, die erst mittelfristig Früchte trägt, wenn nämlich die Schülerinnen und Schüler von heute auf Basis einer erfolgreichen Schullaufbahn und sozialer Integration am Erwerbsleben teilnehmen, ihr Auskommen haben, Steuern zahlen und nicht auf Sozialleistungen angewiesen sind. Dann wird sich Schulsozialarbeit auch finanziell rentieren. Schulsozialarbeit trägt auch dazu bei, die demographischen Herausforderungen zu meistern. Sparen ja – aber nicht bei der Bildung und auf Kosten der nachfolgenden Generationen.


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