An dieser Stelle veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen auch Standpunkte von Personen, die zwar kein Mitglied der Jungen Union sind, deren Auffassung und Einschätzung wir jedoch teilen. Wir freuen uns, heute einen Gastbeitrag von Karl Dieter Wünstel veröffentlichen zu dürfen, der seine Sicht auf die Beratungen zur Errichtung eines Windparks in Hatzenbühl wiedergibt: Die erste Grundstückseigentümerversammlung zum Thema „Windpark Hatzenbühl“ war ein voller Erfolg.

Karl Dieter Wünstel ist CDU-Vorsitzender der Gemeinde Hatzenbühl und ehemaliger JU Kreisvorsitzender.

Karl Dieter Wünstel ist CDU-Vorsitzender der Gemeinde Hatzenbühl und ehemaliger JU Kreisvorsitzender.

Die Gemeinde wird das Gebiet über ein sogenanntes Poolkonzept für den Windpark erschließen. Diese Vorgehensweise nutzt zunächst jedem Grundstückseigentümer innerhalb der Windkonzentrationsfläche – unabhängig davon, ob auf dem jeweiligen Grundstück später ein Windrad steht, es nur aufgrund der Kranstellflächen, der Zuwegung oder darüber kreisender Windradflügel betroffen ist oder auch einfach nur in dem betroffenen Gebiet liegt. Je nach tatsächlicher Nutzung bzw. Belastung des Grundstückes werden darüber hinaus unterschiedliche Pachtbeträge ausgelobt. Auch die Gemeinde hat einen mehrfachen Nutzen: Vom kleinen Vorteil per Wegenutzungsgebühr bis hin zur in Hatzenbühl verbleibenden Gewerbesteuer durch Gründung einer lokalen Betreibergesellschaft.

Und damit ist immer noch nicht jeder Vorteil beschrieben: Die Bürger (und auch die Gemeinde) können sich direkt (per Einlage) oder indirekt (über ein Beteiligungsmodell auf Genossenschaftsbasis bzw. per Anteilscheinen via Banken) an der Gesellschaft beteiligen und so zusätzlich profitieren.

Wo so viel Licht ist, da fallen allerdings auch Schatten: Der Landwirtschaft wird zunächst eine Fläche von ca. 3 Hektar an Ackerland entzogen – und es ist gutes Ackerland. Darüber hinaus müssen natürlich aufgrund der Flächenversiegelung und des Eingriffs in die Natur Ausgleichsflächen benannt und ausgewiesen werden. Diese Fläche ist deutlich größer. Sollte das ebenfalls direkt vor Ort geschehen und weiteres gutes Ackerland davon betroffen sein, dann sieht die Bilanz nicht mehr ganz so gut aus. Wie sich dieser Punkt entwickelt liegt im Moment bei den Grundstückseigentümern. Wird nicht direkt das Land vor Ort in Ausgleichsfläche umgewandelt, dann kann der Ausgleich auch über ein sogenanntes Ökokonto erfolgen, was letztlich bedeutet, dass genauso Land renaturiert wird, aber eben nicht zwingend bestes Ackerland.

Im Prinzip sind bisher alle recht zufrieden und schauen der weiteren Entwicklung recht optimistisch entgegen. Die nächste Grundstückseigentümerversammlung wird zeigen, ob sich das Gefühl einer win-win-Beziehung bestätigt oder ob Widerstände auftreten.


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