… sind dann Nazi-Vorwürfe und Gesprächsverweigerungen der Ausweg?

Ich glaube nicht.

Verwundert habe ich die Berichterstattung der letzten Tage verfolgt. Irritiert die Zitate verschiedener Politiker und Politikerinnen zu möglichen Koalitionen in Berlin zur Kenntnis genommen. Dass es nicht einfach werden wird, war klar. Alles in allem bin ich allerdings enttäuscht:

Thorsten Rheude

Thorsten Rheude, Vorsitzender der Jungen Union im Kreisverband Germersheim

Enttäuscht von einem Minister, der mich in die Tradition von Nationalsozialisten rückt und anschließend nicht einmal die Courage besitzt wirklich öffentlich von diesem Zitat abzurücken und stattdessen in einer SMS an die Vorsitzende der Landespartei ein „Ich entschuldige mich“ schreibt. Dabei kann man – so habe ich gelernt – lediglich um Entschuldigung bitten, sich aber nicht selbst Entschuldigen.

Ich bin enttäuscht von einer SPD, die mich in den Anfängen des Wahlkampfes zu meiner Haltung für eine zweite Rheinbrücke kritisiert und im Verlauf des Wahlkampfes plötzlich wieder entdeckt, dass sie ja selbst für eine zweite Rheinbrücke ist. Dass Frau Schleicher-Rothmund mir nach einer solchen Aussage in ihrer zu erwartenden reflexartigen Stellungnahme wieder Unwissenheit vorwerfen wird, daran habe ich mich beinahe schon gewöhnt nach den Stellungnahmen zu den letzten Forderungen der Jungen Union. An der Enttäuschung über die gezeigte Kommunikationskultur ändert das jedoch nichts.
Ein Brief in dem ich diese Art der Kommunikation bedaure, wurde nicht einmal beantwortet. Unterstrichen wird dieses Bild von einer schmollenden SPD, die in Berlin von einer Steigerung der Zustimmung bei den Wahlen spricht und in der Südpfalz versucht „eine klare Absage“ vom Wähler erkennen zu wollen (bei einem faktischen Stimmenzugewinn sowohl prozentual als auch absolut). Aber auch diese Äußerungen zeigen mir wieder einmal, wie wenig es einzelnen politischen Mitbewerbern um die Sache geht. Anfangs war ich noch irritiert, dass Benjamin Engelhardt, der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, mir auf eine Anfrage die Antwort schickt, man sei an einer Zusammenarbeit nicht interessiert. Mittlerweile erkenne ich System. Es könnte ja die Idee eines Mitbewerbers gut sein und man könnte in die Verlegenheit kommen dies Kund tun zu müssen.

Erfreulicherweise gibt es allerdings auch zahlreiche Beispiele, dass man auch die SPD nicht über einen Kamm scheren kann: Im Ortsbeirat Sondernheim, mit Vertretern der SPD im Kreisjugendhilfeausschuss oder mit einzelnen Mitgliedern des Juso-Kreisvorstandes gelingt das Gespräch und die Zusammenarbeit gut. An der aktuellen Enttäuschung über die Großwetterlage ändert dies jedoch wenig. Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass diese Großwetterlage sich bald wieder ändert. Hin zum gemeinsamen Wunsch das Beste für Deutschland und für unsere Region vor Ort erreichen zu wollen.


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