EuromünzeAuf der Schlussgeraden des Bundestagswahlkampfs beschäftigte mich immer mehr die Frage, ob die Alternative für Deutschland wohl dem 18.Deutschen Bundestag angehören würde, eine Partei die die Gemeinschaftswährung ablehnt. Auf der Wahlparty in Hayna sorgten die 4,9% bei einer frühen Hochrechnung ebenfalls für Unruhe. Am frühen Montag konnte ich (und hoffentlich viele andere ebenso) aufatmen. Wenn ich ein um etwas mehr als ein Jahr zurückdenke, erinnere ich mich an das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen besprachen. Die rechtspopulistische Front National hatte immerhin fast zwanzig Prozent erreicht, heutige Umfragen sehen sie vor der regierenden Parti Socialiste und damit in der Stichwahl. Ich war fest davon überzeugt, dass solche Parteien eigentlich nichts weiter als Modeerscheinungen sind, völlig entfernt davon irgendwann wirklich eine europäische Regierung zu stellen. Am 29.September wählte Österreich einen neuen Nationalrat: 22 Prozent für die Freiheitliche Partei Österreichs. In Großbritannien erzwingen Europaskeptiker ein Referendum über die britische Zugehörigkeit zur EU. Die Agitation gegen Brüssel scheint sich an der Urne auszuzahlen.

Zweifelsohne eine beängstigende Tendenz, gerade für meine Generation, die in einem zusammengewachsenen Europa aufwächst, die regelmäßig an Schüleraustauschen teilnimmt, ich selbst werde hoffentlich 2014 sowohl das deutsche, wie auch das französische Abitur bestehen. Die Südpfalz liegt an der deutsch-französischen Grenze, an wenigen Regionen kann man so das europäische Zusammenwachsen bestaunen. Klar ist jedoch, dass sich dieses Europa in einer tiefen Schulden-und Jugendarbeitslosigkeitskrise befindet. Meiner Meinung nach ist es deshalb richtig, dass Struktur-und Bildungsreformen als Bedingungen gestellt und auch durchgesetzt werden. Die Jugend in den Mitgliedsländern fühlt sich immer europäischer, deshalb hoffe ich, dass die Reformen gerade gegen Jugendarbeitslosigkeit schnell greifen, damit die Jugendgeneration nicht zu einer für Europa „verlorenen Generation“ wird. Denn schlussendlich sind Wähler der Antieuroparteien nicht zwangsläufig europakritisch gesinnt, sondern sie hatten sich schlichtweg mehr von Europa erhofft.

WahlurneIm Mai 2014 wird das Europaparlament neu gewählt. Die Union muss klarmachen, dass sie einen sehr guten Zukunftsplan für Europa hat, der mit aller Kraft versucht, die Krise zu bewältigen und die Länder auf eigene Beine zu stellen. Man muss herausstellen, dass der Euro einen wesentlichen Beitrag für die europäische Integration geleistet hat und dass er nicht an sich der Verursacher der Krise ist, sondern individuelle Fehler in den einzelnen Staaten. Die EU sind nicht die Vereinigten Staaten von Europa, aber sie hat gemeinsame Werte, unter ihnen vielleicht der wichtigste: Solidarität. Wer sind wir, dass wir, dass wir jetzt beleidigt die Arme vor der Brust verschränken? Die EU hat ihren finanziellen Preis, den wir sinnvoll auch leisten müssen, aber der ideelle Wert der EU ist nicht in Euro und Cent auszudrücken. Dies vergessen Parteien wie die AfD und die Front National in Frankreich immer. Ja, für Europa muss eventuell Geld fließen, doch wir bekommen dafür etwas zurück. Die EU hat seit ihrer Gründung den Frieden in Europa garantiert. Gerade für letzteren Punkt hat das wirtschaftliche Zusammenrücken einiges geleistet. Im Wahlkampf hoffe ich, dass CDU/CSU ihren Kurs gut erläutern und sich klar von der AfD abgrenzen, denn ihre „Alternative“ würde einen riesigen Schritt für die europäische Integration nach hinten bedeuten.

Auf dem Südpfalztreffen der CDU im August 2013 betonte der Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble ebenfalls den Wert Europas neben der Eigenschaft als Wirtschaftsraum. Dies muss auch im Wahlkampf offen gesagt werden. Die Union muss meiner Meinung nach für beide Seiten stehen: eine gute Haushaltspolitik in Europa und für mich noch wichtiger: das Gestalten der EU nach ihrem Motto Unie dans la diversité.

Der Standpunkt wurde geschrieben von Maximilian Gerhold, Schüler an einem Karlsruher Gymnasium und Mitglied der Jungen Union im Gemeindeverband Kandel.


Internet 2.0
Dieser Artikel soll in die Sozialen Netzwerke? Gerne! Allerdings nur unter Beachtung des Mottos "2 Klicks für mehr Datenschutz"