Den meisten von Ihnen dürfte der Begriff „Placebo-Effekt schon mal begegnet sein. Etwas wirkt, weil man daran glaubt.

In klinischen Studien zeigt sich immer wieder, dass ein Medikament auch ohne Wirkstoff eine kurative Wirkung haben kann. In der Studie wird der Kontrollgruppe stets nur ein Placebo gegeben um die pharmakologische Wirkung eines Stoffes einschätzen und beweisen zu können. Die Erforschung von Placebos ist also durchaus interessant um Studienergebnisse zu verifizieren.
Anders hingegen verhält es sich bei der Homöopathie: Hier vertraut man auf den Placebo-Effekt statt einen Wirkstoff.

Doch bevor ich meine Meinung zur Homöopathie ausführe eine Bestandsaufnahme:
Die Leitlinien der Homöopathie wurden 1796 von Samuel Hahnemann formuliert. Im Wesentlichen stützt er seine Theorie auf drei Säulen:
Die erste und wichtigste Säule ist das Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“. Das heißt ein Stoff der hochdosiert dieselben Symptome wie die des Patienten auslöst wird niedrigdosiert eingesetzt um diesen zu heilen. „Gleiches heilt also Gleiches“. Grundsätzlich hört sich diese Theorie noch logisch an, mittels eines Stoffes der dasselbe Krankheitsbild hervorruft die Abwehrkräfte des Patienten zu stimulieren.

Hand in Hand hiermit geht das zweite Prinzip: Der Test der Wirkung am Gesunden Menschen. Das heißt einem Gesunden wird eine Substanz verabreicht um zu beobachten, welche Symptome Sie bei ihm hervorruft. Dies liefert die Grundlage für das erste Prinzip.
Bisher scheint die Theorie logisch, für das Jahr 1796 sogar fortschrittlich.

Doch nun kommen wir zum dritten Prinzip: Die Potenzierung. Je höher eine Substanz verdünnt wird, um so stärker wirkt Sie. Begründet hat Hahnemann dies damit, dass sich die Substanz letztlich von der Materie gelöst in ihr individuelles geistartiges Wesen auflöse.
Das heißt eine C200-Potenz beispielsweise wirkt sehr stark. Zur Erläuterung: Dies stellt eine Verdünnung von 1:100^200 da. Rein statistisch ist ab einer Verdünnung von C12 (1:100^12) bzw. D23 (1:10^23) nicht mehr nachweisbar, dass auch nur ein Molekül des „Wirkstoffs“ vorhanden ist.
Spätestens hier entpuppt sich die Homöopathie als Pseudowissenschaft. Noch keine seriöse Studie hat ihr eine Wirkung abseits des Placebo-Effektes nachweisen können.

Hahnemann wusste dies nicht, zu seinen Lebzeiten waren standen Medizin und Pharmazie noch in ihren Kinderschuhen.
Doch fraglich bleibt warum auch in einer aufgeklärten, von evidenzbasierter Medizin geprägten Gesellschaft Menschen ihre Gesundheit dem Glauben an Zuckerkügelchen anvertrauen. In der Schweiz gibt es sogar eine Klinik, welche sich darauf verstehen will Krebs homöopathisch zu heilen. Wenn Globuli einer modernen Therapie von ernsthaften Erkrankungen vorgezogen werden, hört der Spaß auf.
Homöopathie darf und kann nicht verboten werden, die Rückgriff auf Sie liegt in der Freiheit jedes Einzelnen. Aber es wird Zeit mit ihrem Mythos reinen Tisch zu machen.

Heilpraktiker dürfen nicht länger als Alternative zu richtigen Ärzten und Homöopathie nicht länger als „milde“ Medizin angesehen werden.
Zu allererst darf diese Pseudowissenschaft aber nicht mehr von Krankenkassen gestützt werden, keine Kasse darf Globuli und Triturationen erstatten.
Dieses aus der Zeit gefallene Konzept hat keinen Platz mehr in einer modernen Gesellschaft, ähnlich wie die Alchemie. Diese wurde in das Reich der Fabeln und Märchen verbannt. Meiner Meinung nach wird es Zeit, dass sich Gleiches zu Gleichem gesellt.

Der Standpunkt wurde geschrieben von Christopher Hauß, Mitglied der Jungen Union im Gemeindeverband Lingenfeld.


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